Dirk Adomat: „Wir müssen den Kampf gegen das Artensterben verstärken“

Das Sterben der Honigbiene wird bereits seit längerem diskutiert, das „stille Sterben“ von Insekten wie Schmetterlingen und Wildbienen hingegen kaum. Dem treten die Regierungsfraktionen im Niedersächsischen Landtag nun mit einem Entschließungsantrag entgegen. „Die Insekten erfüllen viele Funktionen: Sie dienen etwa vielen Tieren als Nahrung und bestäuben Pflanzen. Ihr Rückgang hat damit gravierende Auswirkungen auf unsere Tier- und Pflanzenwelt. Deshalb ist es dringend an der Zeit, hier entschieden gegenzusteuern“, erklärt der heimische SPD-Landtagsabgeordnete Dirk Adomat die Intention für den Antrag.

Eine Studie aus dem vergangenen Jahr kam zu dem Ergebnis, dass die Biomasse der Fluginsekten in den vergangenen 27 Jahren in den untersuchten Gebieten um 76 Prozent abgenommen hat. Den SPD-Politiker aus Fischbeck alarmieren diese Zahlen: „Man kann über die Studie sicher diskutieren, der deutliche Rückgang der Insektenpopulation ist aber nicht zu leugnen. Deshalb müssen wir die Forschung hier deutlich intensivieren und ausreichend Lebensraum und Nahrungsquellen für die Insekten sicherstellen. Mit dem Antrag setzen wir uns unter anderem für ein bundesweites Insektenmonitoring und eine umfassende Prüfung der Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf das Insektensterben ein. Außerdem wollen wir den Verlust an Blühflächen weiter eindämmen und durch Fördermaßnahmen die Blühpflanzenvielfalt erhöhen.“

Den Menschen, die eher die unangenehmen Seiten der Insekten wahrnehmen, macht der in seiner Freizeit als Imker tätige Dirk Adomat auf deren wichtige Rolle im Ökosystem aufmerksam. Es seien nicht nur die Honigbienen, die einen wirtschaftlichen Nutzen hätten. „Wenn die natürliche Bestäubung unserer Nutzpflanzen durch die Insekten nicht mehr gewährleistet ist, steigen die Lebensmittelpreise. Außerdem verlieren Vögel, Fische und andere Tiere ihre Lebensgrundlage.“ Die Bekämpfung des Artensterbens sei damit aktuell eine der wichtigsten Aufgaben für die Politik, so der SPD-Abgeordnete abschließend.